Mi

28

Jul

2010

Jordanien

 

Nach einem Zwischenstopp in Riga, Lettland bin ich halb Ein Uhr morgens sanft mit der AirBaltic Maschine auf dem Queen Alia Flughafen von Amman gelandet.

Glücklicherweise saß ich sehr weit vorne in dem Flugzeug, sodass ich nicht lange zum Aussteigen und bei der Passkontrolle warten musste. Hussein , mein Raumnachbar, hatte mir bereits berichtet, dass die Einreise nach Jordanien für Europäer nicht kompliziert ist, aber dass ich nur 15 Minuten in dem Flughafen verbringen sollte, damit habe ich nicht gerechnet.

Anstatt meine Pass ausführlich zu studieren,  sah der Beamte lediglich auf den 10 Dinar Schein (etwa 12 Euro), den ich ihm für das Visum aushändigte. Nachdem er noch ein Foto von mir geschossen hat, gelangte ich auch schon durch die Sicherheitsschleuse. Noch besser war , dass mein Koffer als einer der ersten einrollte und die Zollbeamten ,lediglich nett lächelnd, meinen Koffer durchleuchteten.

Kaum war diese Hürde genommen wartete auch schon Hussein hinter der nächsten Wand.

 

Hussein lebt mit seiner Familie in Irbid, das sehr nördlich nahe der Syrischen Grenze gelegen ist. Entsprechend haben wir die Strecke mit dem Auto in 2,5 Stunden bewältigen müssen. Erstaunlich kam mir vor allem auf der Fahrt vor, dass etwa alle fünf Kilometer Polizeiwagen stehen, in das Auto leuchten und die Geschwindigkeit kontrollieren. Sogar wurden wir einmal angehalten und die Papiere Husseins Vaters kontrolliert. Besonders zu dieser Nachtzeit, es war mittlerweile zwischen 1 und 3 Uhr morgens, empfand ich die starke Polizeipräsenz als sehr stark.

 

Angekommen in Husseins Heim, in dem seine zwei Brüder, seine Schwester und seine Eltern leben, weihte mich mein Raumnachbar in die ersten Regeln eines streng-islamischen Hauses ein. In den folgenden Tagen , habe ich einiges darüberhinaus über Höflichkeit in Jordanien gelernt, das ich an dieser Stelle hinzufüge.

1. Gehe niemals als Fremder alleine durch das Haus!

Obwohl  Husseins Schwester und Mutter eigentlich ohne Kopfbedeckung im eigenen Haus sein durften, wäre es eine große Schande, wenn ich sie so als fremder Mann sehen würde. Tatsächlich hat mich stets einer der Brüder durch das Haus geführt und die Frauen des Hauses wurden im Voraus durch den vorausgehenden Begleitschutz vor mir gewarnt.

2. Einer Frau  gibt man nicht von sich aus die Hand

Natürlich ist es absolut verboten, eine Frau woanders als an der Hand zu berühren und der erste Händeschlag wird von der Frau bestimmt. Als unhöflich gilt es, einer Frau also die Hand als erster zu reichen, jeder Mann muss darauf warten, dass die Frau ihre Hand als erstes ausstreckt.

3. Immer vollbekleidet aus dem Zimmer gehen.

Die Frauen des Hauses dürfen keinen Zentimeter von fremden Oberschenkeln oder Oberkörpern sehen.

4. Wenn du zu Besuch bist, schaue nie in andere Zimmer als das Empfangswonzimmer

Anstatt den Platz effektiver zu nutzen haben Jordanier zwei Wohnzimmer, eines für Gäste und eines für sich selbst. Man sollte dann natürlich nicht als Gast durch offene Türen oder nicht einmal in das zweite Wohnzimmer, dass nicht durchgehend von dem offiziellen getrennt ist sehen.

5. Nie etwas über das Königspaar sagen.

Kommentare über das königliche Ehepaar werden nicht gestattet. Auch das Aussehen auf Fotos wird stillschweigend hingenommen. Leider erfuhr ich das erst nachdem ich Hussein auf das äußerst attraktive Aussehen der Königin im Verhältnis zum König ansprach.

6. Essensregeln

Man wäscht sich nur nach dem Essen die Hände, obwohl die Hände oft bei arabischem Essen zum Einsatz kommen. Schnell essen sollte mach allerdings auch nicht. Der Gast muss stets darauf achten, von allem zu probieren und nicht als erster fertig zu essen.

Alles in allem empfand ich den Aufenthalt als mehr als angenehm und die Gutmütigkeit meiner Gastfamilie werde ich nicht vergessen.

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Mo

05

Jul

2010

NSLC oder Wahington D.C. und New York

Zwei Wochen meiner Ferien habe ich bereits wieder im Ausland verbracht und zwar in den USA. Ich wurde von der Organisation „National Student Leadership Conference“ (Nationale Schüler Konferenz für Führungsstärke) eingeladen , das Li Po Chun United World College in Hong Kong, zu vertreten. Das Programm wurde zusammen mit der American University veranstaltet und hatte den Schwerpunkt Internationale Diplomatie. Während dieser zwei Wochen haben wir dementsprechend Vorträge von Professoren zu Internationalen Beziehungen gehört, den Sicherheitsrat und die Generalversammlung der Vereinten Nationen simuliert, in Arbeitsgruppen Themen wie Konfliktlösung gewidmet, aber auch beispielsweise die Zentrale der UN in New York besucht.

Insgesamt hat mich das zweiwöchige Seminar inspiriert mich stärker in diesen Themen zu engagieren und hat mir gezeigt, dass ich bereits viel durch das Leben in einem United World College gelernt habe, da ich an meiner Schule jeden Tag mit dieser Internationalität konfrontiert bin und gelernt habe damit besser umzugehen.

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Sa

01

Mai

2010

Endjahresprüfungen

Mein erstes Jahr am LPC näherte sich dem Ende zu und dennoch schwebte das Damoklesschwert noch über mir: Mitte Mai standen für mich mein „First year exams“ , also meine Endjahresexamen an. Noch nie wurde ich in so kurzer Zeit so viel Stoff abgefragt. Vor mir standen jeweils zwei Examen für Biologie, Wirtschaft, Englische Literatur für Fremdsprachler, Deutsche Literatur für Muttersprachler und Mathe. Darüber hinaus umfassten die Examen alles Gelernte seit Beginn des Schuljahres im September. Leider blieben nur wenige Tage nach der Theateraufführung „My mother said I never should…“ , die ich als Regisseur geleitet hatte, um für alle Themen der Prüfungen zu lernen. Von morgens bis tief in die Nacht wurde gepaukt, gelernt und einstudiert. Als besonders schwierig stellte sich heraus Prioritäten in der knappen Zeit zu setzen. Da ich den Stoff des Deutschkurses, der für zwei Jahre angelegt ist, in einem Jahr durchgearbeitet hatte, waren dies meine finalen Deutschexamen, die für das Fach Deutsch meine Note bereits für mein finales Diplom festlegen, welches ich nach meinen zwei Jahren bekomme.

Letztendlich sind auch diese Prüfungen vorübergegangen. Zugegebenermaßen mussten die Lehrer ebenso schnell korrigieren, wie die Schüler lernen. Daher erhielt ich die Ergebnisse für meine Examen (außer für meine Deutschexamen, die außerhalb der Schule korrigiert werden), auch bereits in der folgenden Woche. Mit überwiegend sehr guten Ergebnissen kann ich sicherlich auch fürs erste zufrieden sein. Allerdings ist mir auch klar geworden, das mir noch viel harte Arbeit bevorsteht bis ich mein Internationales Abitur in der Hand halten kann.

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Do

18

Feb

2010

Projektwoche auf den Phillipinen

 

Vom 6. is zum 11. März habe ich an einem Hausbauprojekt in Caloocan City teilgenommen. Caloocan liegt im Großraum Manilas der Hauptstadt der Philippinen. Insgesamt 16 Millionen Menschen leben in der Metropolregion und damit übertrifft "Metro Manila" in Bevölkerungszahlen beispielsweise die Region Hong Kong mit allen angrenzenden Millionstädten auf dem chinesischen Festland oder Los Angeles.

 

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So

08

Nov

2009

Sonntag, 8. November

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Sa

07

Nov

2009

Samstag, der 7. November

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Fr

06

Nov

2009

Freitag 6. November

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So

01

Nov

2009

China week - Eine Woche Chine hautnah

Vom 25. Bis zum 31. Oktober hatte ich die Möglichkeit, China zu entdecken und wahnsinnig viele Erfahrungen zu sammeln. Im Rahmen eines Sozialdienstes, der daraus bestand, in einer weiterführenden Schule für Kinder von 10 bis 15 Jahren, Englisch Unterricht zu geben, bin ich mit etwa 20 Mitschülern an die Nordwest Grenze der Provinz Quangdong gereist.

Die Besonderheit des Besuches war der kulturelle Hintergrund des Yao Stammes, der eine der vielen Minderheiten in China bildet.

Meine Erfahrungen und Erlebnisse in Gesamtheit können nicht in einem Blog untergebracht werden, aber dennoch versuche einiges , mit euch zu teilen:

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Sa

31

Okt

2009

China Week - Armut

Ein weitere Unterschied zu Hong Kong ist der mangelnde Reichtum der Dorfbewohner . Das bedeutet nicht, dass es in H.K. keine armen Leute gäbe, aber in die Bewohner des Umlandes wohnen zu 95 Prozent in einer kleinen Backstein-Bambus Konstruktion, die von altem Wellblech von Regen geschützt wird. Das beliebteste Fortbewegungsmittlel ist das Mofa oder kleinere Motorräder , die hin und wieder von einem freiliegenden Motor und Stahlrohren auf vier Rädern abgelöst werden.

Gezwungenermaßen sind viele Chinesen strikte Vegetarier , weil sie sich Fleisch nur einmal im Jahr zu den Neujahrsfesttagen leisten können. Umso größer war die Freude bei kleineren Kindern auf der Straße, als ich ihnen ein „Buns“ (Teigkugeln) mit Schweinefleischfüllungen überreicht habe.

Die Kinder waren unglaublich glücklich und sind dem Bus hinterhergelaufen, der uns in 90 Minuten aus den Bergen wieder in die Stadt gefahren hat. Die Armut hat mich deutlich berührt und sensibilisiert für die Ungerechtigkeiten , die diesen Menschen wiederfahren ist, wie der Mangel an Unterstützung der so sorgenden Regierung. Jene Regierung , die ihren Menschen nur hilft, wie in der Erdbebenregion Sichuan , wenn die Welt China auf die Finger sieht.

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Di

27

Okt

2009

China Week - Unterricht

Versteckt in den Bergen liegen unzählig viele Yao Dörfer, die nur beschwehrlich mit dem Bus zu erreichen sind (Auf einer Lamantinenstraße ist die Stoßstange des Bushecks abgerissen und wir mussten zweimal eine Gruppe von Felsen  aus dem Weg räumen, um die Schulen zu erreichen.

Die Gruppe wurde auf verschieden Schulen verteilt und ich hatte das Glück mit Hanna aus London, Ali aus Kanada, Kumar aus Indien/H.K. , Zakita aus den Bahamas und Jaime aus Simbabwe in einer weiterführenden Schule zu unterrichten. Leider war das Englisch der Kinder alles andere als ausreichend und daher konnten wir ihnen kaum mehr als solche Sätze beibringen, die Emotionen und das Wohlbefinden ausdrücken.

Erstaunlich war auch, dass die Kinder unheimlich schüchtern waren. Sobald einer von uns den Kindern zu nahe kam, oder durch die Reihen lief, haben die chinesischen Schüler ihre Arme über dem Kopf verschränkt. Die eigentlichen Lehrer an dieser Schule sind meist selbst nicht sehr gut ausgebildet und nur wenige sind in den Genuss einer regionalen Universität gekommen.

Unter den Lehrern allerdings war auch selten einer über 30 Jahren, weil sich ansonsten keiner den schlechtbezahlten Beruf übernimmt und die Anstrengung aufnimmt, 40 – 50 Kinder unter schlechten Bedingungen zu unterrichten.

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Mo

26

Okt

2009

Leute

Empfangen wurden wir „Aliens“ (das steht in tatsächlich in den chines. Unterlagen für Auswertige) zunächst in einem Kung-Fu Internat, das uns beeindruckender Weise einen Einblick in den Alltag der Schüler und in die Kampfkunst selbst gegeben hat.

In der Stadt selbst bildete das Zentrum der Stadt eine sehr große Freifläche , die umsäumt von einfachen Blöcken ist und von jener die vier Hauptstraßen abzweigen. Auf dieser Fläche trafen sich jeden Abend etwa 400 chinesische Männer und Frauen zusammen zu tanzen. Erstaunlicherweise haben diese nicht nur Einheitstänze getanzt, sondern auch das Tanzbein zu einem Salsa Rhythmus geschwungen.

Neben diesem alltäglichen Phänomen gibt es noch sehr viele andere Details, die den immensen Kontrast zwischen den chinesischen Innenlandsstädten und Hong Kong bilden. Hinzu kommt , dass hier kein Mensch Englisch spricht. Im Gegensatz dazu wird sogar an öffentlichen Schulen in Hong Kong fast alles auf Englisch unterrichtet. Allerdings sprechen die Einwohner dieser Stadt entweder eine abgeschwächte Form des Kantonesisch oder das alte Yao-chinesisch, sodass unsere Hong Kong Chinesen sich perfekt verständigen konnten.

Es im Kontrast zu H.K. unmöglich Ausländer im Hinterland zu finden und somit drehen sich viele Leute auf dem Markt nach dem (für chinesische Verhältnisse) strohblonden Deutschen um. Besonders die jüngeren Frauen haben nur wenig Angst uns anzulächeln und nach einem Foto zu fragen.

Im Gegensatz zum ländlichen Umland in den Bergen , leben aber in der Stadt viele Chinese andere ethnischer Gruppen, sodass hier die Kinder des Yao Stammes auf ethnische Minderheitsschulen gehen werden.

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So

25

Okt

2009

China Week - Anreise

Kaum schlafengelegt, klingelte auch schon  am frühen Sonntagmorgen mein Wecker  - Pardon, meine drei Wecker- und mit der S-Bahn fuhren wir mit den großen Rucksäcken über den Schultern in Richtung Norden an das Ende der New Territories, wo ein langer, breiter und gut gesicherter Kanal das chinesische Festland von der „Sonderverwaltungszone“ Hong Kong trennt.

Eine große Brückenkonstruktion, die sich über den Kanal erstreckt und einen von  nur zwei Grenzübergängen bildet, trennt uns von Der Volksrepublik . Auf jeder Seite der Brücke befindet sich ein Grenzkontrolle, die unsere Visa und alle möglichen Papiere wie Gesundheitsformulare von uns verlangt. Ich habe umgerechnet etwa 15 Euro für das Visa bezahlt, allerdings sind die Kosten nicht so transparent und einheitlich, denn die US- Amerikaner mussten 2000 Yuan zahlen, ungefähr 200 Euro.

Ersteinmal auf dem chinesischen Festland fuhren wir mit dem gecharterten Bus 7 Stunden auf nicht enden wollenden Autobahnen und am Ende einer Art Landstraße. Kaum zu glauben , aber in den ersten 4 Stunden der Fahrt konnte ich nur ein großes Ballungsgebiet betrachten, das sich den Perlfluss hinauf tief ins chinesische Festland hinzieht. Gerade der Küstenstreifen und die Flüsse sind umsäumt von wahnsinnig großen Städten. 4 Stunden graue hohe Wohnblöcke, ärmere Viertel mit kleineren verfallenen  Blöcken, einige Checkpoints oder Mautstationen, braune verschmutzte Luft trübt die Sicht, die Sonne scheint lediglich in einem leichten orange durch den Smog und die ersten grünen Flecken begannen erst mit den Reisfeldern in den Außenbereichen.

 

Nach der besagten Zeit aber, ändert sich die Umwelt dramatisch. Die Landschaft wirkt bezaubernder als man es sich vorstellen kann. Soweit das Auge reicht ragen viele spitze Bergkuppen hervor und bilden zusammen die immens schöne Berglandschft.

Allerdings ändert sich auch die Qualität der Straße schneller als gehofft. Die Stadt selbst , in der unser Hotel lag hatte etwa 200.000 Einwohner und wurde in einem Tal gebaut, das aufgrund der intensive Landnutzung sich äußerlich von den Wüsten und Savannen der Sahelzone kaum unterscheiden kann.

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Sa

24

Okt

2009

Es ist Zeit für ... Prüfungen !

Wie der Name schon vermuten lässt, bestand meine letzte Woche aus Tests, Abgabeterminen, Präsentationen und Reden.

Für mich standen die Tests in Economy , Mathe und Biologie an der Reihe. Die Ergebnisse in Bio und Wirtschaft sind für die ersten Tests an einer neuen Schule in englisch zufriedenstellend.

Lediglich die Resultate in Mathe haben mich zu dem Entschluss gebracht aus dem vom Leistungskurs in den höheren Grundkurs zu wechseln, da der Zeitaufwand sich nicht mit dem Ergebnis vereinbaren lässt. Ich habe soviel gelernt wie ich in meiner „Freizeit“ konnte, aber die Aufgaben im Test kamen mir so fremd vor wie das Kantonesisch. Obwohl die Themen lediglich Funktionen und Algebra waren, (das sollte man doch hinkriegen, oder?!), war die entsprechende Aufgabe nicht so einfach zu lösen , wie die Themen vermuten lassen:

Solve the inequalitiy in terms of x :       ld(5x²-x-2)   >  |2+2ld(x)|

 

Es ist erstaunlich, wie groß doch der Kulturunterschied zwischen Europäern und Asiaten im Hinblick auf Mathe ist . Unsere Hong Kong – Chinesen schauen im Schnitt 15 Sekunden wie erstarrt auf die Aufgabe und wissen die Antwort, die Inder zeichnen Pfeile und Zahlen in die Aufgabe und wissen die Antwort  und unsere Schüler aus dem nahen Osten beschweren sich über die Rechenschritte, die wir benutzen sollen, weil sie die Antwort nun erst nach 22 Sekunden wissen.

Natürlich ist das etwas polarisiert dargestellt, aber die Tatsache, dass ich einer der letzten Europäer aus dem Mathe Kurs war, spricht für sich selbst.

 

In den letzten Tagen wurden allerdings auch die Fortschritte in unseren Quan Cai´s gemessen und so habe ich eine Präsentation über das Thema „Religion & Government“ – Religion und Regierung in meiner Arbeitsgemeinschaft "International Current Affairs" gehalten und habe in Model United Nations eine Rede über "Extrajudicial killings“ aus der Perspektive der USA zum besten gegeben.

Ich habe festgestellt, dass das Arbeitspensum und Engagement der Leute am LPC deutlich mit dem divergiert, was ich aus Deutschland gewohnt war. Es ist absolut gewöhnlich, das gesamte Wochenende nichts anderes als Hausaufgaben zu machen oder in der Woche nicht schlafen zu gehen. Ich habe mich selbst dabei erwischen müssen, dass ich in  zwei Tagen und zwei Nächten nur fünf Stunden geschlafen habe, um die Abgabetermine für meine Literatur- und Theateraufsätze einzuhalten.

Um das Thema von den schulischen Angelegenheiten einmal abzulenken, kann ich berichten, dass ich das Zusammenleben mit den anderen immer mehr genieße. Wir haben in einer der zahlreichen organisierten Diskussionsrunden das Verhältnis von Nord-und Südkorea besprochen und die Rednerliste wurde immer länger, weil jeder Erfahrungen aus seinem eigenen Land einbringen konnte.

Wo ist der historische Unterschied zwischen den Wiedervereinigungen in Deutschland, Vietnam und der Situation in Korea? Warum besteht China auf eine Trennung der Staaten? Wie stehen die geborenen Koreaner zu diesem Thema?

Zudem habe ich gelernt wie man mit den verschiedensten Charakteren umgehen kann und die Verhältnisse zu anderen wird nun deutlich klarer, da man genau weiß , wer zu seinen Freunden gehört oder oder auch nicht.

 

Nun werde ich allerdings erst einmal etwas Abstand zu meinem Unterricht gewinnen können, weil ich im Rahmen eines Projektes selbst Unterricht in einer Schule für Kinder aus Minderheiten in China geben werde.

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Sa

10

Okt

2009

Fünf Wochen LPC

Es ist Samstag Abend und damit endet bereits meine fünfte Woche in Hong Kong. Die wichtigste Erkenntnis aus diesen Tagen ist, dass ich mich nun fast völlig eingelebt habe und eine bessere Fähigkeit entwickele, den Alltag zu organisieren. Gerade das Time-management lernt man sehr schnell und den Weg zur Kantine finde ich wie im Schlaf (Diese Fähigkeit erprobe ich immerhin jeden Tag auf dem Weg zu meinem Frühstück und Morgenkaffee).

In den letzten Tage habe ich vor allem das großzügige Angebot des Unterrichts in Anspruch genommen, sprich ich habe sehr viel gearbeitet. ;-) In einigen Fächern (wie in meinem Mathe und Wirtschafts LK muss ich einiges nachholen, da mehr vorausgesetzt wird als ich in Deutschland gemacht habe).

Mein Stundenplan besteht aus 7 Blöcken , wobei jedem Block ein Fach zugeordnet wird und der siebte Block (noch) eine Freistunde enthält. Jeden Tag habe ich fünf Blöcke mit jeweils 60 oder 90 Minuten Unterricht. Beispielsweise habe ich am Montag die Blöcke 1 bis 5 und am Dienstag die Blöcke 6, 7, 1, 2, 3 und so weiter. Kurz und knapp: Ich bin von 7.30 bis 13.50 Uhr im Unterricht.

Am Nachmittag sind dann die AG´s , Tutormeetings, Blockmeetings, viele Präsentationen (zu Internationalen Themen, Universitäten, Global New…), Seminare (zu den Themen Time management, Gesundheit, Prüfungsvorbereitung) , Vorbereitungstreffen für die Projektwoche und die Diskussionsrunden an der Reihe. In den letzten Tagen habe ich außerdem etwa genauso viel Zeit in die Hausaufgaben investiert wie für den eigentlichen Unterricht.

Es ist schwierig eine Balance zu finden zwischen Arbeit und Freizeit, aber das Essen ist dafür eine gute Entschädigung: Ich esse täglich ein kaltes Frühstück, ein warmes(englisches) Frühstück, Kekse und Toast zwischen den Unterrichtsstunden, ein großes Mittagessen,  ein noch größeres Abendessen und Instantnudeln in der Nacht. Es kann zwar gut vorkommen, dass ich drei Mal am Tag Reis esse, aber alles in allem werden wir sehr verwöhnt . (Daher hört man auch regelmäßig fluchende Menschen aus dem Aufenthaltsraum mit der Personenwage kommen)

Das größte Problem in der Schülerschaft ist der Schlafmangel. Unser Krankenzimmer isoliert derweilen 5 Schüler und unser Campusarzt vermutet, dass 80% der Krankenfälle von einem geschwächten Immunsystem aufgrund von Schlafmangel zurückzuführen ist. Unser Bibliothek und der Computerraum werden an Wochentage um 1.00 Uhr nachts geschlossen und jede Nacht werden mindesten zwanzig Schüler zu diesem Zeitpunkt aus den Räumen von den Nachtwächtern herausgebeten.

Alles in allem können sich meine Freunde gut vorstellen, dass ich mich in diesem umfeld recht gut zurechtfinde. J

Morgen, am Sonntag, werde ich in den frühen Morgenstunden  nach Hong Kong- Central  fahren, um in der Zentrale von HDH (Help for Domestic Helpers) meine ersten sechs Stunden Sozialdienst abzuleisten. Dafür habe ich schon fleißig die Rechte und Verträge von den Haushaltshilfen (Domestic Helper) studiert und werde noch ein wenig schlafen.

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So

04

Okt

2009

Das lange Wochenende der Feiertage

Am 1 Oktober beginnt mein langes Wochenende mit den Feierlichkeiten des 60. Jahrestages der Volksrepublik China. Nach einem traditionellen Roomiedinner (Abendessen mit meinen Zimmernachbarn bei Mc Donalds) sind wir mit der U-Bahn zum Hafen gefahren, um das große Feuerwerk zu sehen. Leider mussten wir festellen das die letzte U-Bahn station bereits gesperrt war, da uns wohl einige Hundertausende Menschen zuvorgekommen sind. Den Hafen konnten wir zwar von unserer Stelle nicht ausmachen, aber das gigantische Feuerwerk war zwischen den Wolkenkratzern immer noch mehr als gut zu sehen. Obwohl das Feuerwerk nicht höher reichte als die Gebäude war es dennoch unheimlich breit gefächert.

Bereits den ganzen Tag über hatten unsere Festland Chinesen die Paraden und Reden in Peking durch den Fernseher verfolgt und durch diesen Nationalstolz ist auch zu erklären, warum die riesige Menschenmenge beim Feuerwerk anfing zu schreien als die roten Blitzkugeln die chinesischen Zeichen für China formten.

In der Nacht hat dann die ganze LPC- Schülerschaft die Partymeile unterhalb des berühmten IFC Centers gestürmt. Erstaunlicherweise waren dort um diese Uhrzeit nur sehr wenige Chinesen zu sehen und die Menschenmengen bestanden nun fast völlig aus Nicht-Chinesen.

Am Samstag, den 3. Oktober durften wir dann das chinesische Erntedankfest mit dem sehr populären Mooncake („Mondkuchen“) begehen. Natürlich haben wir dann auch mit allen Deutschen den Tag der deutschen Einheit mit einem amerikanischen Grillfest gefeiert.

Zum Abschluss des Wochenendes sind wir zunächst in das kleine Fischerdorf Tai O am Ende der Hong Kong chinesischen Insel Lantau gefahren. Da das Dorf relativ abgelegen ist, konnten sich hier traditionelle Geschäfte und Märkte erhalten. Vor allem auf den Hauptinseln und den New Territories werden die kleinen Traditionsläden durch Supermarktketten, Malls, 7 eleven, Starbucks und co. Verdrängt.

Am Nachmittag habe ich dann mit meinen guten Freunden Marlies, Laure und Ben den Ma On Shan Piek bestiegen, der immerhin 800 Meter hoch ist. Die Aussicht war atemberauben, denn wir konnten zwar nicht den Hafen mit den Wolkenkratzern sehen, der durch eine weitere Gebirgskette verborgen war,  aber dafür konnten wir unsere Heimatstädte Ma On Shan und Shatin unter uns sehen, die ja auch immerhin zusammen 630.000 Menschen in riesigen Wohnblöcken beherbergen.

Hier sind die vielen Fotos aus der Galerie entstanden.

 Auf dem Weg hinab sind wir einem sehr kleinen steilen Pfad gefolgt, der einige Überraschungen in Form der gelb-schwarzen Monsterspinne für uns bereithielt. Die Spinnennetze waren über den ganzen Weg gespannt, sodass wir auf allen Gliedmaßen auf dem Boden unter dem Netz hindurch gekrochen sind.

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So

13

Sep

2009

Orientation Week

Heute, mehr als eine Woche nach meiner Ankunft, kann ich die erste freie Zeit genießen. Die vergangene Woche habe ich damit verbracht, dem Zeitplan für meine "Orientation Week" zu folgen, der viele verschieden Dinge vorsah, mich mit Hong Kong und dem Campus Leben vertraut zu machen.

Um alles zu vereinfachen , liste ich die wichtigsten Dinge auf und versuche eine paar klärende Kommentare zu finden. ;-)

So., 6. Sept: - Welcome Ceremony ( Alle 2nd Years haben ganz spezielle Vorführungen vorgestellt und der Direktor hat eine Ansprache gehalten)

                   - Tutor Grpoup meeting (Alle Schüler sind einer Tutor Group zugeteilt, in der in familiärer Atmosphäre die verschiedensten Probleme besprochen werden)

 

Mo, 7. Sept:                 - Service Presentation ( Jeder LPC - Schüler muss mindestens vier Quan Cais - Arbeitsgemeinschaften- belegen, Service ist eine der vier Gruppen; Ich werde wahrscheinlich phillipinischen Emmigranten in Hong Kong helfen, ihre Bürgerrechte wahrzunehmen. Dabei werden wir zusammen mit der Organisation ´Help for Domestic Helpers´ gegen Arbeitgeber vorgehen, die keinen Lohn bezahlen, den Menschen beim Alltäglichen Leben helfen und ihre Angelegenheiten vor der Hong Kong - Verwaltung vertreten.)

                     - Alcohol Awarness Presentation (Der Besitz und Genuss von Alkohol auf dem Campus ist strengstens verboten und wir mit Hausarrest bestraft. Bei zweifachem Vergehen droht der Ausschluss vom College.)

                      - House meeting ( Hier werden wir über alle anderen Vorschriften aufgeklärt; Diese umfassen drei Din 4 Seiten in kleiner Schrift)

 Di.:                - Academic Briefings ( Der ganze Tag stand unter dem Zeichen des Unterrichts; hier habe ich Gespräche mit vielen Fachlehrern, dem Tutor und der Universitätsberaterin führen können. In der Folge hat sich herausgestellt, dass für meine Zukunft ein Englisch Kurs besser ist als Chinesisch für Anfänger und ich für manche favorisierte Studiengänge im Mathe Leistungskurs eine Eins haben sollte - Ich hatte mich eigentlich für den Grundkurs eingeschrieben.)

 

Mi.:               - In der zentralen Verwaltungsstelle in Hong Kong haben wir unsere Hong Kong Identifikationskarten beantragt. Hier führen insgesamt 50 Beamte exakt die gleiche Aufgabe aus: Fragen stellen !)

                   - Aufbruch für ein Camp auf einer Insel vor dem chinesischen Festland.

 

Do.:             - Wanderung auf `sharp peak island` , die uns zu einem abgelegenen, aber wunderschönen Strand führt. (Die Fotos sind in der Galerie hochgeladen)

                   - Rückkehr zum LPC : Am gleichen Tag werden Gesundheitschecks an allen Schülern vorgenommen und wir werden in den Umgang mit der Bibliothek und dem Internet/Intranet eingeführt.

-          Am Abend fahren wir gemeinsam mit einem anderen Block in die Innenstadt, um in kleinen Wagons steil Bergauf auf eine große Aussichtsplattform zu fahren. (Hier sind ebenfalls einige der geposteten Bilder entstanden)

Fr.:              -  Ähnlich wie am Dienstag steht auch der Freitag unter einem ganz besonderen Motto: Den QUAN CAIS („Tschsuan Dsais“ Niemand weiß genau, wie man das aussprechen soll!). Die QC´s sind die lokale Version der CAS (Creativity, Action, Service), die ein fester Bestandteil meines IB- Diplomas sind. Allerdings haben wir an allen UWC´s zwei Services, einmal den Campus Support(Campus Dienst) und den Community Service(Sozialdienst).

An diesem Tag werden uns alle 99 angebotenen Arbeitsgruppen wie auf einem großen Flohmarkt mit Selbstbedienung vorgestellt und letztendlich dürfen wir doch nur nur vier auswählen. Da mein Tutor meine Wahl erst akzeptieren muss, die Arbeitsgruppen sich gegenseitig in der Zeit schneiden könnten und die Mitgliederzahl teilweise begrenzt ist, weiß ich noch nicht genau, welche ich nun endgültig belegen kann.

Sa.:            - Kurz und knapp: Eine Schnitzeljagd durch das ganze Territorium von Hong Kong. Ein Großteil der Zeit haben wir in einem Buddha Tempel, der S-Bahn, bei IKEA oder in einer der riesigen Malls(, die völlig überfüllt sind am Samstag Nachmittag… ^^)  verbracht.

 

Das waren in Grundzügen meine letzte Woche und wenn ihr immer noch die Ausdauer habt weiter zu lesen, dann kann ich euch berichten, dass sich langsam Freundschaftskreise entwickeln. Natürlich verstehe ich mich mit allen gut und angestrebt wird eigentlich, dass man mit allen intensive Freundschaften eingeht, aber eine Entwicklung zu festeren Freundschaften sind sicher ein ganz normaler Prozess in einem neu entstehenden Sozialnetzwerk. Leider geht es in die Richtung, dass vor allem Schüler, deren Nationen politisch und kulturell sehr nahe beieinander stehen, sich besser gegenüber öffnen können als gegenüber Menschen völlig anderer Nationen und Kulturen. Ich verstehe mich bisher am besten mit denjenigen aus den Niederlanden, Norwegen, Frankreich, dem UK, den USA und Kanada. Sicher wird sich das in der nächsten Zeit aber noch ändern, da Hindernisse in der Sprache verschwinden und man sich sicherer fühlt, mit den absolut sympathischen , aber völlig anderen Menschen auch korrekt umzugehen , auch wenn es eben kein Smalltalk , sondern eine tief schürfende Diskussion ist.

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Sa

05

Sep

2009

Li Po Chun

Die gesamte Gruppe steht vor dem Torbogen am Eingang, um sich das erste Mal im Sicherheitsraum bei den Wächtern anzumelden und die Kulisse, die ich nur aus dem 1st Year Film aus YouTube kenne wird Realität.

Ebenfalls das Campusgelände ist deutlich größer als erwartet und man kann gar nicht vor grünen Farnen und Palmen die Häuser sehen. Von dem Hauswächter erhalte ich den Schlüssel für mein Zimmer: Block 2, 3. Stock, sechstes Zimmer - Soweit so gut.

Als ich aufschließe begrüßen mich meine drei Zimmernachbarn:

Ivan aus Hong Kong (2nd Year), Alejandro aus Paraguay (2nd Year) und Hussein (1st year).

Bereits kurze Zeit später nehmen uns unsere 2nd Years auf eine Tour nach Sai Kung mit. Das ist ein kleines Fischerdorf, das man in zwanzig Minuten Busfahrt durch Hochhausschluchten auch gut erreichen kann.

Später wieder im Campus werde ich von meinem HongKong-Buddy Eugen (Alle Chinesen haben chinesische und englische Namen) in die hohe Kunst des Stäbchenessens eingeweiht, indem wir sehr scharfe Nudeln schlürfen.

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Sa

05

Sep

2009

Hong Kong

Juhu, unter uns liegt das chinesische Meer und aus dem Flieger sind zahlreiche Inseln zu sehen und über die gesamte Wasserfläche sind große Frachtschiffe, die in einer riesigen Anzahl alle auf den gleichen Punkt zusteuern. Es gibt in dem Film “Troja“ eine Szene, in welcher tausend griechische Galeeren auf der Ägäis in Richtung Troja segelnd in der Großaufnahme gezeigt werden. Exakt diese Szene zeigt sich mir, naja die Schiffe sind etwas größer und moderner geworden und Troja heißt nun Hong Kong. ;-)

Nachdem wir einen atemberaubenden Sinkflug durch die Wolkenkratzer genießen durften, landet das Flugzeug auf dem Flughafen Chep Lap Kok – Hong Kong nahe der Insel Lantau. Wie gesagt: Nahe der Insel,  nicht auf , denn der Flughafen liegt auf aufgeschüttetem Sand mitten im Meer.

Glücklicherweise ging die Prozedur mit der chinesischen Einreiseverwaltung mit meinem „student visa“ sehr schnell und auch beide Gepäckstücke kann ich auf dem Laufband recht zügig ausmachen.

Kaum treten wir (Lisa, Weronica und ich) in die Flughafenhalle ein, da sehe ich bereits meine 2nd Years Tine und Phil, die mit einigen LPC Schülern aus den verschiedensten Nationen (u.a. Phillipinen, Italien, Hong Kong, Estland …) mit Schildern und Flaggen winken.

Nun betrete ich also mit einem grinsenden Gesicht Hong Kong. Das Grinsen verschwindet sofort als mich eine heiße drückend feuchte Wand aus Luft erwartet. Im Flugzeug sagte man uns, dass es in Hong Kong 36 C warm ist und sich durch die Luftfeuchtigkeit und die stehende Luft alles noch heißer anfühlt, aber damit habe ich nun wirklich gerechnet. Dabei stand die Sonne bereits knapp über dem Horizont.

Das Gebiet ist übrigens viel größer als man erwartet. Es dauerte etwa 1,5 Stunden bis der Bus uns endlich zum Campus brachte.

Zwar habe ich die wahre Skyline noch nicht gesehen, aber wir sind durch einige Vororte gefahren, in denen mindestens zwanzig riesige Wohnhochhäuser nebeneinander stehen. Diese Ausmaße versteht man erst, wann man es mit den eigenen Augen sieht. Für die nordischen Leser hier der Vergleich mit dem Maritim Hotel:  Ein normales Wohnhaus ist hier doppelt so groß und mindestens dreimal so breit. ^^

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Fr

04

Sep

2009

Heathrow/Flug

Nach 70 Minuten Flugzeit landet die Maschine sanft auf dem Asphalt des Heathrow Airport und es gilt nun, schnell den Terminal 5 zu erkunden. Ich kann berichten, selbst bei sieben Stunden Aufenthalt wird das Gelände nicht langweilig. Zwischendurch habe ich allerdings auch fleißige Unterhaltung von den ankommenden Co-Years (Schüler im gleichen Jahrgang) aus München und Warschau bekommen.

Nun kann ich endlich in die Boeing Maschine ansteigen, die mich in den nächsten 11 Stunden und 50 Minuten ans andere Ende der Welt tragen wird.

Zugegeben, an Klaustrophobie und Flugangst sollte keiner leiden, der diesen Flug auf sich nimmt.

Selbst ich werde nervös, als ich mich kaum rühren kann, weil 25 Zentimeter vor meinem Gesicht sich die Lehne des Vordermanns befindet, rechts die Flugzeugwand, links die Nachbarin, im Fußbereich mein Rucksack, auf meinem Schoß mein Laptop mit zwei Kissen, vor meiner Brust der Tisch, den ich noch nicht hochklappen und der Hintermann gerade seine Knie in meinen  Rücken bohrt.

Die schöne Sicht auf die deutsche Ostseeküste bei Nacht hat dann auch die 20 Minuten Turbolenzen entschädigt.

Glücklicherweise konnte ich zwei mal drei Stunden schlafen. Daher kann ich mich nur noch daran erinnern, dass wir über die Südspitze von Norwegen geflogen sind und als ich aufwache liegt bereits das Uralgebirge hinter uns und in den nächsten drei Stunden Schlaf verpasse ich den kompletten Weg bis zum Südwesten der Mongolei.

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Fr

04

Sep

2009

Die Abreise

3. September :

Nachdem sich nun alle meiner Freunde sich von mir verabschiedet hatten,  schlafe ich nun das letzte Mal in meinem vertrauten Bett und denke mit großem Fernweh und einiger Aufregung an den nächsten Tag. Die gewohnte Gelassenheit  wich letztendlich am Donnerstag der  Nervosität, da der Koffer und der große Wanderrucksack fertig gepackt in meinem Zimmer warteten.

4.September :

Ein letztes Mal steuere ich den Punto meines Vaters über die Auto- und Bundesstraßen Schleswig- Holsteins, um den Flughafen in Hamburg zu erreichen.

Im Hamburger Flughafen erwartet mich jedoch die erste Überraschung: Obwohl die British Airways Flüge nach dem „piece – system“ gestaltet sind eröffnet mir der Angestellte am Checkin Schalter, dass ich nur ein großen Gepäckstück mitnehmen dürfe. Zumindest hätte mich mein Reisebüro auf das Problem hinweisen können, anstatt zu beteuern, zwei Gepäckstücke seien doch „selbstverständlich“ .

Letztendlich wird viel Geld für mein Wanderrucksack verlangt, meine Eltern haben –Gott sei Dank- genug dabei gehabt und ich konnte auch den Rucksack aufgeben.

Nach dem Abschied von meinen Eltern geht es direkt durch die Personenkontrolle und ich kann zum Gate 34 laufen.  Als nächstes erwartet mich die Passkontrolle und der Zollbeamte verlangt mein Reisepass von mir. „Kein Problem, den Pass habe ich in meinem Rucksack!“

Doch in meiner Unterlagenmappe ist kein Reisepass mehr zu finden… .

Nach sehr, sehr aufregenden zwei Minuten fand ich den Pass, er war aus der Mappe unter den Laptop gerutscht, konnte ich doch durch die Kontrolle.

Der Airbus 320 wartet bereits und schnell geht es nach London.

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Sa

29

Aug

2009

Vom Abschied

Nun sind es nur noch 6 Tage bis zur großen Abreise am Freitag um 13.50 Uhr und bei Henrikes 18. Geburtstagsfeier musste ich mich heute von vielen guten Freunden für die nächsten Monate verabschieden.

 

Beim "offiziellen Abschied" am Freitag kamen dann noch alle guten Freunde zusammen und es wurde beim Grillen über vergangene schöne Tage gelacht und über unsere Zukunft philosophiert. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass trotz der Temperaturen insgesamt 57 Freunde vorbeischauten.

 

Natürlich verursacht jedes "Auf Wiedersehen" einen kleinen Kratzer Verunsicherung im Glas der bedingungslosen Zuversicht, aber ich bin mir sicher, dass alte Freundschaften bestehen bleiben, neue Freunde gefunden werden und der Umgang mit dem Gefühl von Traurigkeit den Menschen positiv formen kann. Abschied ist eines der Dinge, welche man selbst erfahren muss, um die scheinbar flachen Abschiedsfloskeln wirklich verstehen können.

Ich möchte mit einigen Zitaten der schönen Gästebucheinträge schließen, die für mich eine tiefere Bedeutung gewonnen haben:

 

"Wir sagen nicht Lebewohl, sondern Aufwiedersehen!"

"Abschied nehmen heißt neu beginnen."

"Nicht da ist daheim, wo man seinen Wohnsitz hat,

sondern wo man verstanden wird."

 

 

 

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Di

18

Aug

2009

Von der Öffentlichkeit

Am Wochenende sind die beiden erwähnten Artikel im MARKT und in den Lübecker Nachrichten erschienen.

Als ich am Samstag das Ratzeburger Anzeigenblatt aus dem Postkasten angelte, habe ich im ersten Moment über den witzigen Zufall gelacht, dass der MARKT eine Reportage an dem Tag über Hong Kong veröffentlicht, an dem doch mein Artikel auch erscheinen sollte. ;-)

Die Redakteurin, welche für die Ratzeburger Zeitung arbeitet, hat sich ungefähr vier DIN 5 Seiten mit Notizen gemacht und es dennoch geschafft, alle wichtigen Details, die ich ihr in etwa 25 Minuten erzählt habe, wörtlich im Artikel umzusetzen.

Überall, wo ich nun hingehe, erwartet mich mindestens eine Person, die einen der Artikel gelesen hat. Heute wurde ich in der Bank, im Supermarkt, an der Bushaltestelle und im Reisezentrum vom Personal gefragt: "Naaa, freuste de dich schon?" - Ja, ich freue mich !

Es ist wirklich schön, dass soviele Menschen über die UWC´s informiert werden und auch, dass die Besucherzahlen pro Tag auf dieser Seite von Freitag auf Sonntag um 500 Prozent gestiegen. Ich habe festgestellt, dass es mir allerdings überhaupt nichts ausmacht, von den verschiedensten Menschen angesprochen zu werden, weil es mich natürlich sehr freut, dass man sich für mich und meine Geschichte interessiert. Wem würde es nicht so gehen ?

 

In diesem Sinne noch einmal : Herzlich Willkommen !

 

 

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Mi

12

Aug

2009

Zeitungsartikel für UWC

Auf dem Zero-/Firstyear Treffen Ende Juni wurden uns neuen Zeroyears, den 26 deutschen Stipendiaten aus Deutschland, die auf die 12 UWC´s verteilt werde, verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, die UWC - Bewegung vorzustellen.

Ich habe mich für Zeitungsartikel entschieden, da gerade im Sommerloch die Chance besteht, einen Artikel angemessen zu platzieren. Nach wenigen Anrufen und etwas Überzeugungsarbeit habe ich sogar gleich zwei Termine mit Journalisten ergattern können.

 

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Di

11

Aug

2009

Das Kind lernt laufen

Nach den ersten Schritten gibt es nun die Bereiche "Gästebuch", "Kontakt", "Persönliches" und ihr findet die Untergruppen LPC und LG - Ratzeburg unter UWC, bzw. Verschiedenes.

Ich hoffe, dass die zusammengestellte Playlist einiger meiner Lieblingslieder viele Geschmäcker trifft. Immerhin sind einige Genres vertreten.

Die Homepage zu gestalten bringt mittlerweile ziemlich Spaß und ich investiere einige Zeit damit, Bilder an die richtigen Stellen zu rücken, Details zu recherchieren und Texte zu schreiben.

Mir ist natürlich bewusst, dass ich viele spezielle Details von mir preisgebe, die von jedem einsehbar sind, aber dennoch überwiegen die Chancen einer Internetpräsenz gegenüber den Gefahren der selbigen.

Allerdings muss das sicher jeder für sich selbst entscheiden.

Ich kann jedem nur nahelegen, selbst eine Seite einzurichten, es  ist wirklich spannend. ;-)

 

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Sa

08

Aug

2009

Erste Schritte

Nach einer kleinen Inspiration durch meine liebe UWC Freundin Angelika und der Motivation, Freunden Dinge wie die United World Colleges vorzustellen wird das Projekt Homepage in Angriff genommen.

Am Samstag, den 8. August erwacht diese Homepage zum Leben.

Ich schreibe den Berüßungstext, das Layout nimmt Gestalt an und die Orientierung erhält eine Struktur.

Am Abend sollen die Bereiche UWC, JuLis und Deine Stimme gegen Armut mit Inhalt gefüllt werden.

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